Ruhebänke. Schwierig. Das erfordert einen Plan.

Am 15. Juni 2020 hat der VfM auf Anregung einiger älterer Menschen aus dem Zentrum von GMHütte bei der Stadt einen Antrag auf Aufstellung von Ruhebänken gestellt. Das ist weder Klima- noch Verkehrswende, das schränkt keine Verkehrsflächen für den Autoverkehr ein, das provoziert niemanden, das scheint einfach zu lösen zu sein und wenig zu kosten. Einfach etwas für ältere Menschen tun, die sich gern in der Stadt bewegen wollen und sich zwischendurch ausruhen müssen.

Am 15. September – also 3 (drei) Monate später haben wir eine telefonische Antwort erhalten: Da es in der Verwaltung unterschiedliche Zuständigkeiten für Bänke einmal im Zentrum (Bauabteilung) und einmal außerhalb (Kulturabteilung) gibt, geht das nicht so schnell. Jetzt soll erst einmal ein Plan für den gesamten Bereich (eine Art Ruhebänke-Generalplan – unsere Formulierung) erstellt werden. Wir nennen es eine Verschiebung auf den St. Nimmerslein-Tag.

KlimaschützerInnen, Verkehrsinitiativen, Naturschutzverbände und Verdi gemeinsam

Am 4.9.20 hat ein breites Bündnis von Verdi, Fridays for Future, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Verkehrsclub Deutschland (VCD) und weiteren Organisationen von der Bundesregierung einen ÖPNV-Gipfel gefordert. Mehr Infos hier oder hier: Offener Brief an den Verkehrsminister, Pressemitteilung, Investitionsprogramm ÖPNV. Der VfM unterstützt die Kampagne bzw. das Bündnis – so haben unsere Mitglieder kurzfristig und einstimmig entschieden.

Auch in der Region ist am 7.9.20 eine gemeinsame Kampagne vom Regio-Netzwerk zusammen mit Verdi gestartet worden, um die Verkehrswende regional voran zu bringen. Aktuelle Infos zur Arbeit des Netzwerks im neuen Rundbrief hier. Und vormerken: Demotag am 25.9.20 von Fridays for Future: hier

Sicheres Radfahren. Wo gibt es denn sowas?

Der ADFC (Allgemeine Deutsche Fahrrad Club) hat soeben eine Umfrage zur Sicherheit des Radfahrens in den Kommunen (Städte, Gemeinden) gestartet – bitte daran teilnehmen und weitergeben, damit die Region, Georgsmarienhütte und Osnabrück würdig vertreten sind. Dauert 10 Minuten. Der Fragebogen findet sich hier

Die Umfrage läuft bis zum 30.11.2020 – anschließend werden wir über die Ergebnisse berichten.

Aktuell das Dossier vom ADFC „Mit dem Rad sicher zur Schule„: hier

Radfahren schwer gemacht

„Dank“ Corona hat Radfahren einen gewaltigen Aufschwung bekommen. Die Berücksichtigung der radfahrenden Menschen im Verkehr, deren Schutz und die Radwege werden nicht nur ignoriert, sondern deren Gefährdung und strukturelle Benachteiligung (billigend?) in Kauf genommen. Exemplarisch für den Südkreis der „Radweg“ an der B 51 zwischen GMHütte und Osnabrück – wir haben gemessen:

1. Entfernung: 3 km

2. Halte-/Wartezwang für RadfahrerInnen von GMH nach OS 7x (sieben!): Abzweig B 68 2x warten, Einmündung Alte Rothenfelder Str. 1x warten, Abzweig A 30 insgesamt 4x (!) warten und hoffen, dass man es zwischen den Autos, die mit hoher Geschwindigkeit nahen, schafft.

3. Am Harderberg (Bild in der Mitte und rechts) beträgt der Abstand zwischen den Autos, die mit 100 km/h und den LKWs, die mit > 80 kmh vorbeidonnern, maximal 100 cm; im Alltag reduziert sich dieser schnell auf 70 bis 80 cm.

4. Am Fuß des Harderberg wird für gerade mal 500 m ein dritter Fahrstreifen für Superraser angeboten; damit wäre dort Platz genug, einen sicheren, geschützten und abgegrenzten Radweg zu schaffen.

Zustand des Radwegs insgesamt: Löcher, hochragendde Steine, Einwachsungen, ca. 50% zugewachsen. Schutz an Einmündungen, Hinweise auf RadfahrerInnen für die Autos auf der Schnellstraße: Fehlanzeige

Verkehr in der Region

Im Januar 2020 wurde unter Beteiligung des VfM das Netzwerk Nachhaltige Mobilität gegründet. Treffen des gesamten Netzwerks und Veranstaltungen verhinderte Corona. Glücklicherweise wurde beim letzten Treffen eine Kooperationsgruppe gewählt, die sich seit Ende des Lockdowns alle 3 bis 4 Wochen trifft und am 28.7.20 einen offenen Brief an alle BürgermeisterInnen und Landräte/innen in der Verkehrsregion Osnabrück versandt hat. Und ein Logo hat das Netzwerk inzwischen auch:

In eigener Sache

Der VfM besteht 10 Monate. Eine nüchterne Bestandausnahme – zum 1-jährigen wird diese umfassender und detaillierter aussehen – ergibt, dass wir (nur) vorangekommen sind mit der Netzwerkbildung in der Region. Aktuell dazu der erste Rundbrief des Netzwerks. Zur Verkehrswende selbst sind keine Erfolge zu vermelden – unsere Homepage dokumentiert den deprimierenden Status quo kontinuierlich.

Kontinuierlich – auch seit Coronabeginn – haben wir für GMHütte konkrete Vorschläge gemacht und Anregungen gegeben:

Tempo 30 vor der Musikschule (19.6.20, bislang keine Antwort) – Errichtung von Bänken für Rollator-Nutzerinnen im Zentrum an den wichtigstens Wegstrecken (15.6.20, bislang keine Antwort) – Schaffung verkehrsberuhigter Zonen in ganz GMHütte in den baulich dafür geeigneten Wohngebieten (24.5.20 – Einstimmig vom Verkehrsausschuss abgelehnt) – Antrag auf Parkraumüberwachung (5.3.20 – abgelehnt am 16.3.20) – Weitere fünf konkrete Vorschläge: Einer ist seit Nov. 2019 in Bearbeitung, zwei abgelehnt, einer (Haltestellenpflege) ignoriert, einer – von vielen anderen unterstützt und seit sage und schreibe 25 Jahre beantragt- realisiert: Bild unten – nachher und vorher.

 

 

Keine Verkehrswende …

… für Georgsmarienhütte bewirkt sicherlich der Antrag, Bänke aufzustellen und der Antrag, die Querung der Straße vor dem Familienzentrum Maries Hütte bzw. der Musikschule für Kinder sicherer zu machen. Kleinteilig, lokal, provinziell? Oder beispielhaft für die Berücksichtigung der Belange der sog. „schwächsten Verkehrsteilnehmer“ wie Kinder und RollatornutzerInnen in einer Stadt? Die Verkehrswende beginnt auch in den Köpfen der PlanerInnen und PolitikerInnen, indem sie das Auto nicht länger zum Fixpunkt aller Planungen und Maßnahmen machen.

Maries Hütte / Musikschule an der Werner-von-Siemens-Str. z. Zt. mit Tempo 50 und ohne Querungshilfe