Schilder statt Handeln

Das häufigste Schild in GMHütte zumindest für Fußgänger und Radfahrer dürfte „Gehwegschäden“ sein. Rekordverdächtig ist die Wellendorfer Str. zwischen Oesede und Dröper: 10 Schilder auf ca. 500 m. Wir berichteten schon: hier und dort. Der öffentliche Raum für den nicht-motorisierten Verkehr genießt in GMHütte kaum Aufmerksamkeit noch Wertschätzung.

Lokal und symbolisch

Blick gen Süden mit Schild

Ein schmaler geteerter Rad-Fußweg in Georgsmarienhütte von ca. 150 m Länge wird gern von ortskundigen AutofahrerInnen als Abkürzung genutzt. Zahlreiche Versuche, eine Durchfahrtsperre durchzusetzen, sind seit Jahrzehnten (!) gescheitert.

Hier nun ein neuer Versuch des VfM, Fußgänger und Radfahrerschutz ein klitzeklein wenig voran zu bringen: Antrag VfM.

Parken, Ampeln, Radfahren und SUVs

Nicht nur in Berlin müssen die Fußgänger an Ampeln rennen und vorher lange warten. Ein kleiner Lichtblick ist das BGH-Urteil zu Falschparkern – allerdings hilft das Urteils nicht bei zugeparkten Rad- und Fußwegen. Nicht zu fassen: 2019 wurden erstmals mehr als 1.000.000 SUVs in Deutschland verkauft – 30% aller Zulassungen. Das Tech-Magazin Wire bemerkt dazu: Wenn alle SUVs eine Nation wären, läge diese bei den CO2-Emissionen an siebter Stelle.

Zum Schluß die gute Nachricht: Es wird mehr Rad gefahren.

Links gehen. Rechts sehen.

Nein, das ist kein politischer Slogan. Ältere Menschen haben gelernt: Bewege ich mich auf Straßen ohne Fußweg, nutze ich die linke Seite entgegen der Fahrtrichtung, damit ich entgegen kommende Fahrzeuge besser sehe und die von hinten kommenden nicht in meinem Bereich fahren. Es lohnt sich, an diese „Regel“ zu erinnern, da zahlreiche Nebenstraßen und Wirtschaftswege keine Fußwege aufweisen und zudem schnell befahren werden dürfen, da sie meistens außerhalb geschlossener Ortschaften liegen. Gilt für Fußgänger, Läufer, Kinderwagenschieber, Wanderer usw.

Skurril. Absurd.

Am Kreisel zwischen Holzhausen und Sutthausen sind in 2019 an jeder Querung Halteschilder für Fussgänger und Radfahrer aufgestellt worden. Der Blickpunkt berichtete am 14.11.19, dies sei aus „Sicherheitsgründen und Eigenschutz“ für Radfahrer und Fußgänger erfolgt, da die Fahrzeuge hier mit hohen Geschwindigkeiten ankommen würden. Wir meinen, dass es doch der Witz von Kreiseln ist, dass diese die Geschwindigkeiten reduzieren (sollen) und zudem nur langsam befahren werden können. Hier geht es wohl um etwas anderes, nämlich die Beschleunigung des PKW-Verkehrs, damit dieser nicht auf Fußgänger/Radfahrer warten und Rücksicht nehmen muß. Dafür können dann die langsamen Verkehrsteilnehmer bis zu 3x warten, ehe sie den Kreisel passiert haben. Verkehrswende rückwärts.

Kreisverkehr Vorfahrt gewähren

Gründlich, informativ ….

ist der soeben erschienene Mobilitätsatlas des VCD. Kostenlos erhältlich beim VCD . Über den Link zum VCD gehen, dort die pdf-Datei „bestellen“ und den vom VCD gemailten Link bestätigen, um die Datei herunterladen zu können.

Auf S. 12 z. B. die Info, dass je PKW in der Stadt 140 qm Platz benötigt werden (bei einem/r Fahrer/in und 50 km/h); bei der Straßenbahn mit 50 Passagieren werden 7 qm / Person, beim Rad mit 15 km/h 5 qm/Person benötigt. Ein parkendes Auto benötigt 20 qm (andere Quellen sagen 12), ein parkendes Rad 2qm.

ÖPNV, Rad- und Fußwege verbessern helfen!

Hier kann alles gemeldet werden, was nervt, gefährlich, ungepflegt …. oder verbesserungsbedürftig ist :

Beschwerdemanagement Stadt GMHütte per E-Mail (ideen@georgsmarienhuette.de) oder die App „Ideen & Mängel“ (Android + Apple) laden (Georgsmarienhütte)

Bürgerberatung Osnabrück oder per E-Mail (buergerberatung@osnabrueck.de) (Osnabrück)

Bürgerservice LK OS oder per E-Mail (buergerinfo@landkreis-osnabrueck.de) (Landkreis Osnabrück)

Ansprechbar ist auch die Radverkehrsbeauftragte der Stadt OS Frau Bauer: bauer@osnabrueck.de und Fon 0541 323-4695 (Osnabrück)

Die Mängel auch an uns mailen (mail@vfm-os.de): Zum Download als Pdf-Datei oder Word-Datei.

Natur statt Fußweg?

Kontinuierlich und ungestört ist der Fußweg an der Wellendorfer Str. in Oesede-Dröper von der Natur zurückerobert worden. Den Fußgängern wird empfohlen (siehe Bild) über die Nebenstraße zu gehen. Wir haben nachgemessen: 60 m mehr sind zu laufen als über den vorhandenen Fußweg. Vermutlich wird die zuständige Verwaltung die Funktionsfähigkeit wieder herstellen, wenn das Wildkraut die Straße in Angriff nimmt.

Fußgänger, Radfahrer, Rollstuhlfahrer, Kinder, Alte im Verkehr in Georgsmarienhütte – Bestandsaufnahme

Der VfM möchte die Situation der oben genannten Personengruppen in GMHütte dokumentieren und bittet um Unterstützung, indem gefährliche Punkte, Situationen usw. dokumentiert und an uns gemeldet werden, z. B.:

  • Funktionstüchtigkeit, Pflegezustand, Sauberkeit von Haltestellen, Fuß- und Radwegen, Querungshilfen, Zebrastreifen u. ä.
  • Zustand der Beleuchtung von Verkehrsanlagen für die genannten Zielgruppen
  • Ausschilderungen und Abmarkierungen der Verkehrswege und -anlagen
  • Zustand der Einmündungen, Abflachungen und Sicherheitsabstände von Rad- und Fußwegen
  • Gefährliche Situationen für Radfahrer und Fußgänger (z. B. Löcher in den Wegen, Pflanzen- und Wurzelwuchs, jähe Biegungen)
  • Zu schmale Rad- und Fußwege
  • Zugeparkte Rad- und Fußwege
  • Fehlende Rad- und Fußwege
  • …..

Vorlagen: