2019 – kein Tempolimit und SUV-Rekord

Im Spätsommer 2019 hat die SPD im Bundestag Tempo 130 auf Autobahnen abgelehnt, zum Ende des Jahres eben dieses gefordert. Ein paar Fakten z. B. hier und die Stellungnahme des Umweltbundesamtes, die ein Tempolimit in die Klimadebatte einordnet. Bizarr: Die Versicherungswirtschaft fordert einen Großversuch zum Tempolimit.

Statt eines Tempolimits gibt es einen Verkaufsrekord bei SUVs: Die Millionenmarke wurde geknackt, ein Drittel aller verkauften PKWs sind SUVs. Dazu ein äußerst lesenswerter Essay über Alltagsidioten im Tagesspiegel – kostet ein wenig Lesezeit, die Schlußfolgerungen werden die wenigsten teilen, dennoch: LESEN!

Unser Konzept zu Geschwindigkeitsreduzierungen in Georgsmarienhütte und im Südkreis haben wir am 6.12.19 an die Fraktionen im Stadtrat GMHütte und die Verwaltung geschickt. Reaktionen bislang: Null

Weihnachtsgeschenke …

Drei überaus interessante und und meinungsfreudige 2019 erschienene Bücher zum Thema Verkehr und zum Verschenken: Abgefahren als Ergänzung und Vertiefung zu unserer Lesung/Buchvorstellung am 27.11.19. Darin enthalten die Forderungen der „Initiative Rettet die Bahn“. Abgefahren ist auch das Buch von Hans-Jochen Vogel (Jahrgang 1926), der mit Präzision und nüchternen Worten beschreibt, wie das Grundrecht auf Wohnen gegen die Wand gefahren wird. Bezug zum ÖPNV? Nicht bezahlbarer Wohnraum treibt die Menschen aus der Stadt, das erzeugt Verkehr. Die Nähe zu ÖPNV-Haltstellen hat Auswirkungen auf die Miethöhe – das spricht das Buch an. Das Beste: Vogel hat klare, nachvollziehbare Vorschläge und Forderungen, die für die gesamte Republik gelten.

Das dritte Buch befasst sich mit dem motorisierten Individualverkehr (MIV) und der vermeintlichen Lösung E-Mobilität. Analytisch, detailliert, mit einer Fülle von Fakten und eindeutigen Schlussfolgerungen.

Die Mitgliedschaft beim VfM als Geschenk?

Tempo 30 in Stadt und Land

Am 29.11.19 berichtete die NOZ, dass das Land Niedersachsen einen Tempo 30 Versuch in Georgsmarienhütte nicht zulässt und einen auf der Iburger Str. in Osnabrück auf einem kurzen Abschnitt ab 2021 (!) unterstützt. Nebenbei bemerkt, wird damit zugleich sichergestellt, dass es mindestens in den nächsten 2 Jahren keine Busspuren auf der Iburger Str. geben wird.

Der VfM hat dazu nach Befragung der Mitglieder folgende Stellungnahme abgegeben:

Anlässlich der Berichterstattung über die Ablehnung des „Tempo 30 Projekt“ in Georgsmarienhütte und des vom Land genehmigten Tests auf der Iburger Straße in Osnabrück ab 2021 stellt der VfM fest, dass die Zeit der Tempo 30 Versuche, Modelle und Projekte vorbei sein sollte und Tempo 30 in Osnabrück und in den Gemeinden flächendeckend einzuführen ist.

Konkret fordert der VfM die Stadt Georgsmarienhütte auf, Tempo 30 auf allen Gemeindestraßen wie Stadtring, Südring, Graf-von-Galen-Straße, auf der Insel u. ä. einzuführen. Diese Straßen unter Hoheit der Stadt sind z. T. innerörtliche Rennstrecken und zugleich Schulwege wie Stadt- und Südring, auf denen höhere Geschwindigkeiten völlig unangebracht sind. Völlig abwegig ist es für den VfM, dass es in Georgsmarienhütte noch Straßen ohne jede Geschwindigkeitsbegrenzung gibt wie z. B. auf der Insel.

Weiterhin ist zwischen allen Ortsteilen wie Oesede-Dröper,  Oesede – Kl. Oesede, Alt-GMH – Holzhausen, Osterheide – Alt-GMH, Dröper – Brannenheide Tempo 50 einzuführen. Diese Strecken sind zwischen und 500m und 2-3 km lang, sodass schnelleres Fahren nicht nur eine Gefahr für die übrigen Verkehrsteilnehmer darstellt, sondern kaum Zeitgewinne bringt. Hier ist eine Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Kreisverwaltung gefragt, damit endlich Geschwindigkeitsbegrenzungen realisiert werden. In Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Iburg sind gemeinsame Anstrengungen zu unternehmen, schleunigst zwischen Bad Iburg und Osnabrück auf der gesamten B 51 ausserorts Tempo 70 einzuführen.

Verkehr in der City GMHütte

Der VfM hat bei einer SPD-Veranstaltung am 25.11.2019 eine Bestandsaufnahme zur Verkehrssituation der „City“ von Georgsmarienhütte vorgestellt. Dabei wurden auch Konzepte der SPD zur Parkraumbewirtschaftung, zum ÖPNV und zur Verkehrssicherheit aus den 90er Jahren in Erinnerung gerufen. Der Bericht auf der SPD-Homepage hier.

Gründlich, informativ ….

ist der soeben erschienene Mobilitätsatlas des VCD. Kostenlos erhältlich beim VCD . Über den Link zum VCD gehen, dort die pdf-Datei „bestellen“ und den vom VCD gemailten Link bestätigen, um die Datei herunterladen zu können.

Auf S. 12 z. B. die Info, dass je PKW in der Stadt 140 qm Platz benötigt werden (bei einem/r Fahrer/in und 50 km/h); bei der Straßenbahn mit 50 Passagieren werden 7 qm / Person, beim Rad mit 15 km/h 5 qm/Person benötigt. Ein parkendes Auto benötigt 20 qm (andere Quellen sagen 12), ein parkendes Rad 2qm.