Alt: Aktueller Rekord

Ganz Deutschland diskutiert über die Verkehrswende. Ganz Deutschland? Nein – im Norden in den Bergen des Teutoburger Waldes gibt es ein Städtchen namens Georgsmarienhütte, das standhaft seit 50 Jahren die Interessen der VerkehrsteilnehmerInnen, die keine 4 Räder nebst Motor haben, ignoriert und einige Rekorde bundesweit souverän verteidigt:

  • 2.000 kostenlose Parkplätze allein im Zentrum. Das sind fast 2 öffentlich zugängliche Parkplätze pro Haushalt.
  • Nirgendwo Schutzzonen o. ä. für RadfahrerInen an Kreuzungen
  • Radwege enden im Nichts und/oder vor besonderen Gefahrenstellen
  • Konsequent KEINE Vorrangschaltungen für die Unmotorisierten
  • Höchste Schilderdichte „Gehwegschäden“

Der erstaunlichste Rekord – jüngst noch einmal gemessen – ist wohl nicht mehr zu toppen: An der Fußgängerampel zur Querung der B 51 in Oesede beträgt die Spitzenwartezeit für Fußgänger 145 Sekunden (2 Minuten 25 Sekunden), sicherheitshalber noch einmal am 12.6.2020 nachgemessen (2 Minuten 20 Sekunden).

Skurril. Absurd.

Am Kreisel zwischen Holzhausen und Sutthausen sind in 2019 an jeder Querung Halteschilder für Fussgänger und Radfahrer aufgestellt worden. Der Blickpunkt berichtete am 14.11.19, dies sei aus „Sicherheitsgründen und Eigenschutz“ für Radfahrer und Fußgänger erfolgt, da die Fahrzeuge hier mit hohen Geschwindigkeiten ankommen würden. Wir meinen, dass es doch der Witz von Kreiseln ist, dass diese die Geschwindigkeiten reduzieren (sollen) und zudem nur langsam befahren werden können. Hier geht es wohl um etwas anderes, nämlich die Beschleunigung des PKW-Verkehrs, damit dieser nicht auf Fußgänger/Radfahrer warten und Rücksicht nehmen muß. Dafür können dann die langsamen Verkehrsteilnehmer bis zu 3x warten, ehe sie den Kreisel passiert haben. Verkehrswende rückwärts.

Kreisverkehr Vorfahrt gewähren