Neuanfang? ÖPNV in der Region braucht Veränderung

Am 10.12.20 berichtete die NOZ online über Fahrpreiserhöhungen im Busverkehr hier (Druckausgabe 29.12.20).  Am 29.12.20 mailte der VfM folgende Stellungnahme an die NOZ:
„Ab Jahresbeginn 2021 werden Ungleichbehandlung und Unterschied im ÖPNV zwischen Stadt und Land Osnabrück weiter zementiert und bestätigt. In der Stadt steigen die Fahrpreise nicht, im Landkreis werden die Busfahrten je nach Fahrschein um 10 bis 50 Cent teurer. In der Stadt wird auf eine Preiserhöhung verzichtet, um die Kunden zu binden und nicht abzuschrecken – so wird der Sprecher der Stadtwerke zitiert. Im Umkehrschluss bedeutet die Preiserhöhung für den Landkreis also eine Abschreckung der Kunden. Diese findet auch dadurch statt, dass es im Landkreis kein Mehrfahrten-Tickets gibt – in der Stadt wird sogar ein 12-Fahrten-Ticket neu eingeführt. In der Stadt kann mit Smartphone-App gebucht und der jeweils günstigste Preis bezahlt werden – davon können die Landkreis-Bewohner nur träumen.
Der Bericht in der NOZ dokumentiert eindrucksvoll und detailliert den gewaltigen Qualitätsunterschied des Busverkehrs zwischen Stadt und Land und damit auch die Ungleichbehandlung der BürgerInnen in Stadt und Land. Die hinlänglich bekannten Forderungen zum ÖPNV bleiben aktuell und ihre Realisierung um so dringlicher:
1. Eine einheitliche Tarif- und Ticketstruktur in Stadt und Land
2. Gleiche Services (z. B. Apps) für Stadt und Land
3. Einheitliche Preise für Tickets von Bus und Bahn, Gültigkeit aller Tickets für Bus und Bahn
4. Kurzfristige Wiedereinführung der 4-fach-Karte im Landkreis
5. Kurzfristige Einführung von Seniorenkarten analog des Angebotes im Stadtgebiet
Der sog. eigenwirtschaftliche, also privatisierte Busverkehr mit Privatfirmen, die angemessenen Gewinn anstreben (müssen) ist im Landkreis auf eine Verkehrsgesellschaft des Landkreises zu übertragen, für die die privaten Firmen dann im Auftrag fahren. Damit würde das strukturelle Ungleichgewicht zwischen Stadt und Land beseitigt, das die derzeitige, seit Jahrzehnten bestehende, kundenunfreundliche und dysfunktionale ÖPNV-Situation bewirkt.
Der VfM bittet die Parteien, den ÖPNV zu ihrem Thema zu machen und einen einheitlichen ÖPNV in einem regionalen Verkehrsverbund zu Zielen für die Kommunalwahlen 2021 zu machen und die o.g. Forderungen schnellstmöglich in den kommunalen Parlamenten zur Abstimmung zu bringen.“
Ergänzt mit zahlreichen Informationen berichtete die NOZ (Druckausgabe 5.1.21) und online am 3.1.21 über die VfM-Positionierung.Am 4.1.21 folgte ein Bericht bei OS-Radio: hier
Wir hoffen und wünschen, dass damit die Diskussion über die Struktur und die „Eigenwirtschaftlichkeit“ des Bussystems in der Region und im Landkreis erföffnet ist.