ÖPNV

ÖPNV in der Region. Trauerspiel.

Jedes neue Jahr dasselbe Spiel im ÖPNV: Preiserhöhung zum Jahresende fürs kommende Jahr: 2021, 2022. Demgegenüber sinkt die Qualität des Angebots: Die Haltestellen werden immer dreckiger und versiffter, Lampen funktionieren nicht, die Anzeigetafeln eh nicht, die App zeigt die Verspätungen gar nicht oder verspätete oder falsch oder zu zu spät an, Züge kommen ohne Vorankündigung nicht usw. … Wo bleibt das Positive? Noch gibt es das 49 € Ticket und es kommen noch Busse. Der VfM hat die Preiserhöhungen zum 1.1.2024 gegenüber der Presse am 11.12.2023 so kommentiert:
„Der VfM verzichtet auf die gebetsmühlenhafte und völlig wirkungslose Kritik an der jährlichen und regelmäßigen Erhöhung der Fahrpreise für den ÖPNV. Es ist weiterhin völlig inakzeptabel, dass aus regionaler Sicht die Attraktivität des ÖPNV weiter sinkt. Am Beispiel Georgsmarienhütte wird jedes Jahr aufs Neue deutlich, dass mit unbegrenzt kostenlosem Parken bspw. im Zentrum die Nutzung des Busses beim Tagespreis von 8,30 € keinerlei Anreiz besteht, mit dem Bus zu fahren. Das tun dann nur diejenigen, die sich die Anschaffung eines PKWs nicht leisten können.
Wie seit Jahrzehnten liegen auch ab 2024 Welten zwischen den Tarif-Angeboten des ÖPNV in der Stadt Osnabrück und in der Region-Osnabrück: Kurzstrecken-Ticket, 8-Fahrten-Ticket, 12-Fahrtenticket und 63plusAbo – Fehlanzeige, solche Angebote gibt es außerhalb von Osnabrück nicht. So gibt es zwar jetzt auch in der Region Digital-Tickets – im Unterschied zur Stadt bieten diese aber preismäßig keinen Vorteil, sondern sind genauso teuer wie die im Bus gekauft Fahrkarten. Eine weitere, strukturelle Missachtung und Ignorierung der ÖPNV-Nutzer außerhalb von Osnabrück.
Bei den TagesTickets wird weiterhin an deren Gültigkeit erst ab 9.00 h festgehalten, obgleich diese mit dem Fahrplanwechsel beim Niedersachsenticket aufgehoben wird. Das mit großem TamTam vor einem Jahr eingeführte „TagesTicket BusBahn“ taucht in der Fahrpreistabelle gar nicht auf  – vielleicht gut so, durch das Tarif-WirrWarr blickt eh keiner durch. Einzelfahrschein von GMHütte nach Osnabrück 4,60 €, Tageskarte nur für den Bus 8,30 €, TagesTicket BusBahn 9,50 € – wenn man vorher weiß, dass man mit dem Zug zurückfährt, denn sonst zahlt man 1,20 € mehr, Fahrt mit dem Zug 4,70 € –  ein Tagesticket für den Zug gibt es nicht.

Auf die Spitze getrieben wird das Durcheinander, wenn in den gedruckten Fahrplänen Preisstufen nicht identisch sind mit denen in der neuen Fahrpreistabelle und Preisstufen fehlen. Da überrascht es dann schon nicht mehr, dass im gedruckten Stadtfahrplan GMHütte für das TagesTicket BusBahn zwar geworben wird, aber die Zugverbindungen nicht (mehr) angegeben werden.

Um auf der Ticket- und Fahrpreisseite einen attraktiven ÖPNV in der gesamten Region anzubieten, bedarf es endlich eines Verkehrsverbunds mit einheitlicher Tarifstruktur wie in anderen Teilen der Republik und gleichen Tickets für alle im Verbundsystem. Die Benachteiligung der ÖPNV-Nutzer „auf dem Land“ muss endlich beendet werden – nicht nur bei den Tarifen! Der VfM fragt, wie der ÖPNV im Landkreis mit dem tollen millionenschweren Mobilitäts-Projekt „Moin“ attraktiver werden soll, wenn die Region es noch nicht einmal schafft, gleichartige, einheitliche, übersichtliche und nachvollziehbare Fahrpreise auf die Beine zu stellen? Es ist zu befürchten, dass ein solches Modellprojekt zwar Anrufbusse und schicke Mobilitätsstationen ins Leben ruft, aber der ÖPNV-„Massenverkehr“ weiterhin ein kümmerliches Dasein fristet.“