„Schwarz“fahren. Doppelmoral. Tolle Initiative!

Der Anfang Dezember 2021 gegründete Freiheitsfonds sammelt Geld und kauft Menschen aus dem Knast frei, die dort wegen „Schwarz“fahrens (der rassistische Unterton ist mir bewußt) sitzen – die Ärmsten im Land. Auf der Homepage des Freiheitsfonds wird der Sachverhalt folgendermaßen beschrieben (Zitat):

„Fahren ohne Fahrschein ist in Deutschland eine Straftat. Tausende Menschen landen jedes Jahr im Gefängnis, weil sie sich kein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr leisten konnten. Bis zu ein Jahr sitzen die Leute in Haft.

Betroffen sind überwiegend arbeitslose Menschen (87%), Menschen ohne festen Wohnsitz (15%) und mit Suizidgefährdung (15%).

Der Straftatbestand wurde 1935 von den Nazis eingeführt. Bis heute werden dadurch Menschen fürs Fahren ohne Fahrschein häufig härter bestraft als z.B. Menschen, die angetrunken Auto fahren. Denn dies wird meist nur als Ordnungswidrigkeit geahndet.“ (Zitatende)

Spenden unter dem Stichwort Freiheitsfonds an DE02430609672005332901 . Bis zum 8.12.2021 wurden 58 Personen freigekauft.

In der Süddeutschen Zeitung vom 18.1.2022 schreibt Ronen Steinke auf der Seite 4, dass jedes Jahr 7.000 Menschen in Deutschland wegen „Schwarzfahrens“ ins Gefängnis kommen.