PKW im ÖPNV

Im Oktober 2020: Autobahn auf dem Bahnsteig am Gleis 5 im HBF Osnabrück und die Mahnung zur Handy-Nutzung am Bahnhof Oesede (auch an einigen Bushaltestellen zu finden). Dann wird sicherlich bald auch die Werbung für den ÖPNV an den Autobahnen zu sehen sein.

 

Klatschen macht nicht satt

Corona-Klatschen – leicht getan; Interessenvertretung mit Hilfe von Warnstreiks – da finden viele Klatschen bequemer.

VfM und Regionetzwerk unterstützen die BusfahrerInnen beim Warnstreik. In Osnabrück sind dies (nur) die von Osna-Bus, einer Tochter der Stadtwerke. Sie streiken für einen einheitlichen, bundesweiten Tarifvertrag.

Die FahrerInnen der Stadtwerke haben einen anderen Tarifvertrag über die Stadtwerke, die von Weser-Ems-Bus einen Tarifvertrag im Rahmen der Deutschen Bahn.

Aktuelle Info zum Warnstreik hier und hier. Lesenswert der Kommentar in der Süddeutschen Zeitung – besser können wir es nicht formulieren: SZ 

VfM + Regio-Netzwerk
29.9.20 HBF-OS

Bessere Arbeitsbedingungen und mehr Personal für den ÖPNV

Der Autoverkehr muss drastisch verringert werden – sonst gibt es keine Verkehrswende. Dafür brauchen wir mehr und besseren öffentlichen Nahverkehr, und dieser braucht ausreichend viele, gesunde und zufriedene Beschäftigte.

In den letzten Jahren haben sich die Arbeitsbedingungen im ÖPNV durch einen permamenten Sparkurs massiv verschlechtert. Arbeitsverdichtung und -belastung, Krankheit und Personalmangel sind die Folgen. Deshalb kämpfen die Beschäftigten für eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen.

Die Arbeitgeber finden starke Worte zu den Interessen der ÖPNV-Beschäftigten: Erklärung der Arbeitgeber

Verdi (Bezirk Weser-Ems, Fachbereich Verkehr) sagt dazu:

„Die Arbeitgeber werfen uns vor: – wir schädigen die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen  – die Bürger*innen leiden  – Angeblich würden wir in Bund und Land dieselben Themen verhandeln wollen

Sie unterstellen den „Held*innen“ der Corona-Krise einen „Anschlag auf die Allgemeinheit“. Sind wir Terroristen? Starkes Stück.

Und: Wir sollen mit „Diesem Machtkampf“ das Vertrauen in den ÖPNV als „wichtigen Pfeiler für mehr Klimaschutz“ nicht beschädigen. Wie wollen sie mehr Klimaschutz durch ÖPNV ohne Ausbau und besseren Arbeitsbedingungen schaffen?“

Klimafreundliche Mobilität heißt, den Autoverkehr drastisch zu verringern. Um trotzdem mobil zu sein, brauchen wir mehr und besseren öffentlichen Nahverkehr, und dieser braucht ausreichend viele und gesunde Beschäftigte. In den letzten Jahren haben sich die Arbeitsbedingungen im ÖPNV durch einen massiven Sparkurs aber immer mehr verschlechtert. Arbeitsverdichtung und -belastung, Krankheit und Personalmangel sind die Folgen. Deshalb kämpfen die Beschäftigten für eine Verbesserung ihrer Lage: In der Tarifrunde 2020 verhandelt die Gewerkschaft Ver.di bundesweit die Arbeitsbedingungen von 87.000 Bus- und Bahnfahrer*innen neu.

Da die Arbeitgeber bisher mauern, kommt es am Dienstag, 29. Sept. 20 zu Warnstreiks – auch in Osnabrück. Die Kolleg*innen von Osnabus, einer Tochter der Stadtwerke, freuen sich über Unterstützung. Besucht sie am Bahnhof von 10.00 – 15.00 h. Mehr Infos hier  und hier .

Stadtbahn für die Region

Die Stadtbahn-Initiative Osnabrück braucht noch ca. 1200 Unterschriften, um ihre Petition zum 31. 10. erfolgreich abschließen zu können. Dann nämlich würde „openPetition“ jedes einzelne Mitglied des Osnabrücker Stadtrates anschreiben und um eine Stellungnahme bitten. Dadurch bekommt die für Anfang November geplante Übergabe an den Oberbürgermeister der Stadt OS eine zusätzliche bedeutende Akzentsetzung.
Bitte – falls noch nicht geschehen – die Petition „Stadtbahn für Osnabrück – Machbarkeit untersuchen“ unterzeichnen: Link
Die Teilnahme ist nicht an ein Mindestalter gebunden und nicht an den Wohnort gebunden.
Gründe für eine Machbarkeitsstudie in Kürze:
  • Wir müssen die Klimaschutzziele erreichen.
  • Der Verkehr ist mit knapp einem Drittel am CO2-Ausstoß beteiligt.
  • Autofahrer lassen ihr Auto viel eher stehen, wenn eine Bahn statt eines Busses fährt.
  • Eine Bahn kann viel mehr Leute transportieren. Wir brauchen sie für die Hauptlinien.
  • Eine Bahn fährt komfortabler, sie schaukelt und kippelt nicht.

Stimmt nicht …

dass es am HBF OS für alle Nahverkehrszüge Tickets gibt – vom HBF nach GMHütte bei den Automaten (blau) der Westfalenbahn z. B. nicht. Am DB-Automaten (rot) kommt nach einigen Klicks der Hinweis „Verkauf nur am Abfahrtsbahnhof“ (Bild rechts) – dann ist Schluß und es gibt kein Ticket. Da weder Aufkleber noch Automaten lügen können, bleibt dem Mensch (gern als Kunde/in bezeichnet) nur Resignation und die Hoffnung auf einen Automaten im Zug. Zu den Fahrkarten-Automaten, die keine Fahrkarten liefern, passt der Tarifdschungel , in dem tief verborgen der kreative und geduldige Kunde auch eine Fahrkarte finden kann: hier

Luxemburg und die Region Osnabrück: (un)vergleichbar

Einwohnerzahl: Luxemburg 614.00 Einw., Region Osnabrück inkl. Lotte/Westerkappeln 555.000 €inw. – Fläche Luxemburg 2.586 qkm, Region OS 2.366 qkm. Gemeinsam auch, dass in den 60/70er Jahren die Straßenbahn abgeschafft worden ist. Im ÖPNV ist es in Luxembrug weitergegangen: 2017 wurde eine neue Tram eröffnet und ab 1.3.2020 ist der gesamte ÖPNV in Luxemburg kostenlos für alle. Infos hier.

Informativ und argumentativ zum kostenlosen ÖPNV der VCD in Baden-Württemberg: hier. Überhaupt eine umfangreiche und materialreiche Homepage zu allem, was den nichtmotorisierten Verkehr betrifft: VCD-BW.

Haltestellen …

… erfordern Pflege und Unterhaltung, denn sie sind quasi die Tür zum ÖPNV. Wir haben schon oft darüber berichtet und wie auch berichtet der Verkehrsgemeinschaft Landkreis Osnabrück (VLO) und der Stadt GMHütte (am 17.1.20) einen detailierten Vorschlag zur Unterhaltung der Haltestellen übermittelt. Am 21.1.2020 berichtete die NOZ darüber. Am selben (!) Tag, also am 21.1.20, waren zumindest die zentralen Haltestellen Gildehaus und Oesede-Haller Willem von der Stadt gereinigt worden. Ein Erfolg? Oder der Beleg dafür, dass nur bei öffentlichem Aufsehen getan wird, was eigentlich getan werden muss?