Schöne Bescherung

Kurz vor Weihnachten 2020 wird in Georgsmarienhütte-Holzhausen die komplett neu gebaute Von-Galen-Straße freigegeben, die die Belange von Fußgängern, Radfahrern, Rollstuhl- und Kinderwagennutzern und erst recht die von Kindern ignoriert:
  • Weder auf der Straße noch auf dem Hochbord gibt es einen Radweg – die Radfahrer sollen ungeschützt auf der Straße fahren. Entgegen der Entwicklung und den Erkenntnissen in der Republik wird ignoriert, dass Radfahrer einen eigenen Schutzbereich benötigen.
  • Bei 6,50 m Straßenbreite kann der gesetzliche Sicherheitsabstand von 1,5 m zu Radfahrern natürlich nicht eingehalten werden, weder an der Ampelanlage noch am Kreisel gibt es einen Schutz- oder Aufstellbereich für Radfahrer.
  • Tempo 50 auf einer 950m langen geraden Straße innerorts statt einer Tempo-30-Regelung.
  • Keine Zebrastreifen und Querungshilfen, kein Farbmarkierungen an den Einmündungen oder andere Schutzangebote für Fußgänger
  • Einmündungen weitestgehend als „trichterförmige Einmündungen“ gebaut, sodass die Fußgänger u.ä. von der Hauptstr. weggeführt werden und einen Umweg machen müssen, um hinter einbiegenden Autos zu queren. Damit kann der fußläufige Verkehr den ihm gesetzlichen zustehenden Vorrang nicht nutzen.

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Normaler Alltagswahnsinn

In der NOZ vom 29.2.20 auf S. 7: „Volkswagen fährt 2029 deutlich mehr Gewinn ein„. S. 16: „Lotter Kreuz ein wahrer Zeitfresser„. Im Text wird berichtet, dass in Niedersachsen in 2019 insgesamt 479 Stautage (Summe aller Stautage) waren. Auf der S. 28 Artikel: „Land testet Tempolimit auf A 2„. Wow! Es wird ein Tempolimit getestet! Auf der S. 17: „Verzögert sich B 51 Radweg zwischen Bad Iburg und GMHütte?“ Im Artikel zum Tempolimit wird am Schluss gut versteckt über eine neue Umweltbundesamt-Analyse berichtet, die erneut bestätigt, wieviel CO2-Einsparungen bei einem Tempolimit möglich sind. Hier die Details.

Der Vollständigkeit halber noch der Hinweis, dass unter der Woche mehrere Artikel zum Weiterbau der A 33 und über eine Steigerung der Unfalltoten in Niedersachsen zu lesen waren. Tenor, dass es bald mit dem Bau losggehen wird und die Autobahn-Fans sich keine Sorgen machen müssen.

Verkehrswende auf deutsch und niedersächsisch: Für Autobahnbauten ist satt Geld vorhanden, für Radwege nicht, mit Staus und Unfalltoten müssen wir leben, ein Tempolimit wird getestet, es kommt also nicht.

Das Auto

Ein Herz fürs Auto. Wider den Fetisch. Kleine Geschichte. Verkehrspolitik. E-Auto. Verkehrswende. Autodesign

Die Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament befasst sich in der Ausgabe vom 21.10.19 mit dem Auto – unter den Stichwörtern oben. Lesens- und nachdenkenswert – kostenlos über diesen Link erhältlich: