Kein Witz: Wandern in der City

Anzeige in der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 20.20.2020:

Anzeige in der NOZ, am 20.10.2020

Siehe dazu unser Konzept zur Verkehrswende in der City vom Oktober 2020 und unsere Bestandsaufnahme vom November 2019. Oder den Antrag zur Parkraumüberwachung (damit Platz zum Wandern ist), der komplett abgelehnt worden ist: hier

Wir wünschen viel Spaß beim Wandern zwischen den ca. 2.100 Parkplätzen in der City und der Suche nach der Fußgängerzone.

Ruhebänke. Schwierig. Das erfordert einen Plan.

Am 15. Juni 2020 hat der VfM auf Anregung einiger älterer Menschen aus dem Zentrum von GMHütte bei der Stadt einen Antrag auf Aufstellung von Ruhebänken gestellt. Das ist weder Klima- noch Verkehrswende, das schränkt keine Verkehrsflächen für den Autoverkehr ein, das provoziert niemanden, das scheint einfach zu lösen zu sein und wenig zu kosten. Einfach etwas für ältere Menschen tun, die sich gern in der Stadt bewegen wollen und sich zwischendurch ausruhen müssen.

Am 15. September – also 3 (drei) Monate später haben wir eine telefonische Antwort erhalten: Da es in der Verwaltung unterschiedliche Zuständigkeiten für Bänke einmal im Zentrum (Bauabteilung) und einmal außerhalb (Kulturabteilung) gibt, geht das nicht so schnell. Jetzt soll erst einmal ein Plan für den gesamten Bereich (eine Art Ruhebänke-Generalplan – unsere Formulierung) erstellt werden. Wir nennen es eine Verschiebung auf den St. Nimmerslein-Tag.

Keine Verkehrswende …

… für Georgsmarienhütte bewirkt sicherlich der Antrag, Bänke aufzustellen und der Antrag, die Querung der Straße vor dem Familienzentrum Maries Hütte bzw. der Musikschule für Kinder sicherer zu machen. Kleinteilig, lokal, provinziell? Oder beispielhaft für die Berücksichtigung der Belange der sog. „schwächsten Verkehrsteilnehmer“ wie Kinder und RollatornutzerInnen in einer Stadt? Die Verkehrswende beginnt auch in den Köpfen der PlanerInnen und PolitikerInnen, indem sie das Auto nicht länger zum Fixpunkt aller Planungen und Maßnahmen machen.

Maries Hütte / Musikschule an der Werner-von-Siemens-Str. z. Zt. mit Tempo 50 und ohne Querungshilfe

Alt: Aktueller Rekord

Ganz Deutschland diskutiert über die Verkehrswende. Ganz Deutschland? Nein – im Norden in den Bergen des Teutoburger Waldes gibt es ein Städtchen namens Georgsmarienhütte, das standhaft seit 50 Jahren die Interessen der VerkehrsteilnehmerInnen, die keine 4 Räder nebst Motor haben, ignoriert und einige Rekorde bundesweit souverän verteidigt:

  • 2.000 kostenlose Parkplätze allein im Zentrum. Das sind fast 2 öffentlich zugängliche Parkplätze pro Haushalt.
  • Nirgendwo Schutzzonen o. ä. für RadfahrerInen an Kreuzungen
  • Radwege enden im Nichts und/oder vor besonderen Gefahrenstellen
  • Konsequent KEINE Vorrangschaltungen für die Unmotorisierten
  • Höchste Schilderdichte „Gehwegschäden“

Der erstaunlichste Rekord – jüngst noch einmal gemessen – ist wohl nicht mehr zu toppen: An der Fußgängerampel zur Querung der B 51 in Oesede beträgt die Spitzenwartezeit für Fußgänger 145 Sekunden (2 Minuten 25 Sekunden), sicherheitshalber noch einmal am 12.6.2020 nachgemessen (2 Minuten 20 Sekunden).

Krass

Seit unserer Gründung berichten wir regelmäßig über den desolaten Zustand der Verkehrswege von fußbewegten und radfahrenden Menschen. Immer wieder gilt es neues schlechtes Altes zu entdecken – positiv formuliert: Bewußt zu machen. Hier weitere aktuelle Beispiele:

Schilder statt Handeln

Das häufigste Schild in GMHütte zumindest für Fußgänger und Radfahrer dürfte „Gehwegschäden“ sein. Rekordverdächtig ist die Wellendorfer Str. zwischen Oesede und Dröper: 10 Schilder auf ca. 500 m. Wir berichteten schon: hier und dort. Der öffentliche Raum für den nicht-motorisierten Verkehr genießt in GMHütte kaum Aufmerksamkeit noch Wertschätzung.