Scheuer ohne Ende

Einladung und Info vom ADFC:
Am 27. April jährt sich die Veröffentlichung der neuen Straßenverkehrsordnung (StVO) zum ersten mal, und damit das Totalversagen des Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer, die StVO mit ihren kleinen, aber wichtigen Änderungen für mehr Verkehrssicherheit vollumfänglich in Kraft zu setzen. Zur Erinnerung: In der StVO-Novelle wurd gegen das Zitiergebot verstoßen, es fehlten im esten Teil die Hinweise auf die entsprechenden §§ des Straßenverkehrsgesetzes. So ist die StVO-Novelle zumindest in Teilen nicht gültig und wird nicht angewendet.
Am 27. April wollen wir mit einer großen Aktion wieder auf diesen Umstand aufmerksam machen. Das Aktionsbündnis, bisher bestehend aus ADFC Osnabrück und dem Stadtverband der Partei B90/Grüne, hat für den StVO-Day 100 Poolnudeln gespendet bekommen. Damit wollen wir eine fantasievolle Rundfahrt in Osnabrück organisieren. Ab 17 Uhr bis 17:30 Uhr ist eine Pressepräsentation mit Kundgebung geplant.
Wir werden zu diesem Termin auch „StVO-konforme Poolnudeln“ als Abstandszeiger vorstellen. Denn bei der Aktion im letzten Jahr bekamen zwei von uns eine Anzeige wegen Verstoß gegen die Ladungssicherungsvorschriften in §22 Abs. 5 StVO. Die NOZ hat im Herbst darüber berichtet. Diesmal wollen wir es mit lustigen, dickeren oder Beleuchteten Poolnudeln besser machen. Die Aktion ist als Demo angemeldet. Der Versammlungsort ist der Parkplatz am Moskaubad an der Schreberstraße im Stadteil Wüste.

Radfahr-Desaster in der Region

Am 16.3.21 hat der Allgemeine Deutsche Fahrradclub das Ergebnis des bundesweiten Fahrrad-Klimatests veröffentlicht: 230.000 (!) Personen haben sich an der Umfrage beteiligt – das sind 35% mehr als 2018. Insgesamt 1.024 Gemeinden wurde bewertet (2018 waren es 683). Ein starkes Ergebnis!

Überhaupt nicht stark: Die Stadt Osnabrück landet bei den Städten von 100.000 bis 200.000 Einwohnern auf Platz 31 von 41 Städten (alle Städte dieser Größenordnung sind vertreten). Melle erreicht bei den Gemeinden mit 20.000 bis 50.000 Einw. Platz 202 von 415, Bramsche Platz 219. Hasbergen schafft Platz 219 von 415 Gemeinden mit bis zu 20.000 Einwohnern. In der Region am Besten abgeschnitten hat Quakenbrück: Platz 95 bei den Gemeinden unter 20.000 Einw.

In die Auswertung einbezogen wurden nur die Gemeinden, die mindestens 75 Rückmeldungen (bei über 100.000 Einw.) bzw. 50 Rückmeldungen bei unter 100.000 Einw. erhielten. Das bedeutet bedauerlicherweise, dass aus Georgsmarienhütte sich weniger als 50 Personen beteiligt haben und somit die desaströse Situation der RadfahrerInnen nicht dokumentiert worden ist. Schade. Ein Armutszeugnis. Der VfM hatte für eine Teilnahme geworben.

In Osnabrück beteiligten sich 664, in Bramsche 157, in Melle 76, in Quakenbrück 128 und in Hasbergen 56 Personen an der Befragung.

B 68 und die RadfahrerInnen und die A 33

Einmündung B 68 in B 51

Die B 68 beginnt an der A 33 Abfahrt Harderberg, vereint sich dann nach 1 km mit der B 51,  führt mit dieser durch Nahne bis zum Wall; die B 51 richtet sich ab Wall über Belm gen Diepholz, die B 68 durch Haste gen Wallenhorst. Ihr Ende findet die B 68 an der B 213 in Stapelfeld bei Cloppenburg. Damit dürfte diese BUNDESstraße eine Länge von ca. 80 km aufweisen, von denen etwa 10% identisch sind mit der B 51. Hinzu kommen ca. 30 km B 68 parallel (!) zur A 33 zwischen Dissen und Bielefeld. Welchen verkehrsleitenden Sinn eine solche Konstruktion ergibt, verstehen wahrscheinlich (nur) Verkehrs- und Straßenbürokraten. Politisch wird dies Straßen-Bezeichnungs-Wirrwarr dadurch, dass die Befürworter des A-33-Nordausbaus den Bau dieser auch damit begründen, dass dann die B 68 aus dem Stadtgebiet herauskäme und damit die Radfahrer in Osnabrück besser vor dem LKW-Verkehr geschützt würden.

Die B 68 soll raus aus Osnabrück und ein LKW-Durchfahrverbot rein – ohne politische Spielchen – das fordert die openPetition zur Entwidmung der B 68 in Osnabrück – unterschreiben kann man hier . Neuigkeiten zur Petition gibt es jeweils hier .

B 51 / B 68 vorm Harderberg
B 51 / B 68 am Harderberg

Schöne Bescherung

Kurz vor Weihnachten 2020 wird in Georgsmarienhütte-Holzhausen die komplett neu gebaute Von-Galen-Straße freigegeben, die die Belange von Fußgängern, Radfahrern, Rollstuhl- und Kinderwagennutzern und erst recht die von Kindern ignoriert:
  • Weder auf der Straße noch auf dem Hochbord gibt es einen Radweg – die Radfahrer sollen ungeschützt auf der Straße fahren. Entgegen der Entwicklung und den Erkenntnissen in der Republik wird ignoriert, dass Radfahrer einen eigenen Schutzbereich benötigen.
  • Bei 6,50 m Straßenbreite kann der gesetzliche Sicherheitsabstand von 1,5 m zu Radfahrern natürlich nicht eingehalten werden, weder an der Ampelanlage noch am Kreisel gibt es einen Schutz- oder Aufstellbereich für Radfahrer.
  • Tempo 50 auf einer 950m langen geraden Straße innerorts statt einer Tempo-30-Regelung.
  • Keine Zebrastreifen und Querungshilfen, kein Farbmarkierungen an den Einmündungen oder andere Schutzangebote für Fußgänger
  • Einmündungen weitestgehend als „trichterförmige Einmündungen“ gebaut, sodass die Fußgänger u.ä. von der Hauptstr. weggeführt werden und einen Umweg machen müssen, um hinter einbiegenden Autos zu queren. Damit kann der fußläufige Verkehr den ihm gesetzlichen zustehenden Vorrang nicht nutzen.

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Sicheres Radfahren. Wo gibt es denn sowas?

Der ADFC (Allgemeine Deutsche Fahrrad Club) hat soeben eine Umfrage zur Sicherheit des Radfahrens in den Kommunen (Städte, Gemeinden) gestartet – bitte daran teilnehmen und weitergeben, damit die Region, Georgsmarienhütte und Osnabrück würdig vertreten sind. Dauert 10 Minuten. Der Fragebogen findet sich hier

Die Umfrage läuft bis zum 30.11.2020 – anschließend werden wir über die Ergebnisse berichten.

Aktuell das Dossier vom ADFC „Mit dem Rad sicher zur Schule„: hier

Radfahren schwer gemacht

„Dank“ Corona hat Radfahren einen gewaltigen Aufschwung bekommen. Die Berücksichtigung der radfahrenden Menschen im Verkehr, deren Schutz und die Radwege werden nicht nur ignoriert, sondern deren Gefährdung und strukturelle Benachteiligung (billigend?) in Kauf genommen. Exemplarisch für den Südkreis der „Radweg“ an der B 51 zwischen GMHütte und Osnabrück – wir haben gemessen:

1. Entfernung: 3 km

2. Halte-/Wartezwang für RadfahrerInnen von GMH nach OS 7x (sieben!): Abzweig B 68 2x warten, Einmündung Alte Rothenfelder Str. 1x warten, Abzweig A 30 insgesamt 4x (!) warten und hoffen, dass man es zwischen den Autos, die mit hoher Geschwindigkeit nahen, schafft.

3. Am Harderberg (Bild in der Mitte und rechts) beträgt der Abstand zwischen den Autos, die mit 100 km/h und den LKWs, die mit > 80 kmh vorbeidonnern, maximal 100 cm; im Alltag reduziert sich dieser schnell auf 70 bis 80 cm.

4. Am Fuß des Harderberg wird für gerade mal 500 m ein dritter Fahrstreifen für Superraser angeboten; damit wäre dort Platz genug, einen sicheren, geschützten und abgegrenzten Radweg zu schaffen.

Zustand des Radwegs insgesamt: Löcher, hochragendde Steine, Einwachsungen, ca. 50% zugewachsen. Schutz an Einmündungen, Hinweise auf RadfahrerInnen für die Autos auf der Schnellstraße: Fehlanzeige

Umverteilung?

Autospuren zu Radspuren – Corona hat es in einigen deutschen und europäischen Grossstädten bewirkt – zumindest ein wenig. Über die Initiative in Osnabrück haben wir berichtet. Die NOZ berichtete am 15.6.20 auf der Stadtseite – zuvor online mit Kommentar. Ausführlich einschl. Nennung der Unterstützergruppen Osnabrück alternativ und Hasepost.

In der Provinz sind wir davon weit entfernt – da wäre so etwas wie ein Minimalschutz z. B. an Kreuzungen schon ein Erfolg.

Krass

Seit unserer Gründung berichten wir regelmäßig über den desolaten Zustand der Verkehrswege von fußbewegten und radfahrenden Menschen. Immer wieder gilt es neues schlechtes Altes zu entdecken – positiv formuliert: Bewußt zu machen. Hier weitere aktuelle Beispiele: