Pop-up-Bike-Lanes?

Auf Halbdeutsch: Pop-up-Radwege – kurzfristig eingerichetete Radwege, die neu, zusätzlich und zu Lasten der PKW-Spuren in einigen Städten – Corona macht es möglich – geschaffen wurden. Mehr Platz und mehr Sicherheit für Radfahrer/innen. Im März haben wir schon einmal berichtet. Berliner Bezirke starteten, auch in München wird darüber entschieden. Man darf gespannt sein, ob diese oder ähnliche Lösungen hier in der Region zur Kenntnis genommen werden.

Hier herrscht Tristesse: In GMHütte gibt es im Zweifelsfall gar keine Radwege: Beispiel die belebteste Kreuzung im Zentrum der Stadt: Kein Schutz, keine Markierung, keine Ampelschaltung, keine Hinweise …..

Stimmt nicht …

dass es am HBF OS für alle Nahverkehrszüge Tickets gibt – vom HBF nach GMHütte bei den Automaten (blau) der Westfalenbahn z. B. nicht. Am DB-Automaten (rot) kommt nach einigen Klicks der Hinweis „Verkauf nur am Abfahrtsbahnhof“ (Bild rechts) – dann ist Schluß und es gibt kein Ticket. Da weder Aufkleber noch Automaten lügen können, bleibt dem Mensch (gern als Kunde/in bezeichnet) nur Resignation und die Hoffnung auf einen Automaten im Zug. Zu den Fahrkarten-Automaten, die keine Fahrkarten liefern, passt der Tarifdschungel , in dem tief verborgen der kreative und geduldige Kunde auch eine Fahrkarte finden kann: hier

Geht doch: Corona schafft Abstand in Berlin

„Friedrichshain-Kreuzberg hat auch während der Corona-Pandemie die Verkehrswende im Blick. An zwei Stellen im Bezirk wurde am Mittwoch temporär die Radinfrastruktur erweitert. In der Zossener Straße steht Zweiradfahrern vor der Kreuzung Gitschiner Straße eine vergrößerte Aufstellfläche zur Verfügung. Außerdem wurde am Halleschen Ufer eine gesonderte Fahrradspur vom U-Bahnhof Hallesches Tor bis zur Bezirksgrenze in Höhe des Technikmuseums abgeteilt. 

Damit folgt der Bezirk Vorbildern wie der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Im Zuge der Corona-Pandemie hat diese auf knapp 120 Kilometern des Hauptstraßennetzes je eine Spur exklusiv für Fahrradfahrer abgeteilt.

… Vorrangiges Ziel sei es, »die aktuell vermehrt stattfindende Nutzung des Fahrrades unter besserer Wahrung der Sicherheitsabstände gemäß der Covid-19-Eindämmungsverordnung zu ermöglichen«, heißt es in einer Mitteilung. Die auf die Pandemie befristete Maßnahme sei vergleichbar mit der Einrichtung temporärer Busspuren bei Schienenersatzverkehr“.
(Quelle: Neues Deutschland, 27.3.2020)

(Foto aus dem Neuen Deutschland, 27.3.2020)

Ein halbes Jahr VfM

Anfang September 2019 gründete sich der VfM. Eine Zwischenbilanz:

Die Homepage wird regelmäßig gepflegt und bietet aktuelle Infos mit Schwerpunkt Region und Georgsmarienhütte. Die Rückmeldungen zur Homepage sind durchweg positiv. Bei Bildung von Netzwerken zur Verkehrswende in der Region ist der VfM aktiv beteiligt und bringt beständig den regionalen Aspekt in die Diskussionen. Die Stadt GMHütte hat im Schnitt pro Monat einen konkreten Vorschlag erhalten. Dazu die Übersicht mit allen Konzepten einschl. des Bearbeitungsstandes im Wortlaut: hier . Von konkreten Umsetzungen kann bislang noch nicht berichtet werden.

Normaler Alltagswahnsinn

In der NOZ vom 29.2.20 auf S. 7: „Volkswagen fährt 2029 deutlich mehr Gewinn ein„. S. 16: „Lotter Kreuz ein wahrer Zeitfresser„. Im Text wird berichtet, dass in Niedersachsen in 2019 insgesamt 479 Stautage (Summe aller Stautage) waren. Auf der S. 28 Artikel: „Land testet Tempolimit auf A 2„. Wow! Es wird ein Tempolimit getestet! Auf der S. 17: „Verzögert sich B 51 Radweg zwischen Bad Iburg und GMHütte?“ Im Artikel zum Tempolimit wird am Schluss gut versteckt über eine neue Umweltbundesamt-Analyse berichtet, die erneut bestätigt, wieviel CO2-Einsparungen bei einem Tempolimit möglich sind. Hier die Details.

Der Vollständigkeit halber noch der Hinweis, dass unter der Woche mehrere Artikel zum Weiterbau der A 33 und über eine Steigerung der Unfalltoten in Niedersachsen zu lesen waren. Tenor, dass es bald mit dem Bau losggehen wird und die Autobahn-Fans sich keine Sorgen machen müssen.

Verkehrswende auf deutsch und niedersächsisch: Für Autobahnbauten ist satt Geld vorhanden, für Radwege nicht, mit Staus und Unfalltoten müssen wir leben, ein Tempolimit wird getestet, es kommt also nicht.

Region Osnabrück mit …

ca. 550.000 Einwohnern auf 2.366 qkm braucht die Verkehrswende, die die neue Landrätin vorantreibt und an der zwei Netzwerke regional arbeiten, in denen der VfM mitmacht. Für das Regio-Treffen am 25.2.20 und das Klimanetzwerktreffen AG Verkehr am 26.2.29 um 19.00 h in der Lagerhalle in OS hat der VfM eine erste Bestandsaufnahme zur Region vorgelegt: hier Ergänzungen, Hinweise, Informationen und Kritik dazu werden gerne in die nächste Version eingearbeitet. Mailen an mail@vfm-os.de

Luxemburg und die Region Osnabrück: (un)vergleichbar

Einwohnerzahl: Luxemburg 614.00 Einw., Region Osnabrück inkl. Lotte/Westerkappeln 555.000 €inw. – Fläche Luxemburg 2.586 qkm, Region OS 2.366 qkm. Gemeinsam auch, dass in den 60/70er Jahren die Straßenbahn abgeschafft worden ist. Im ÖPNV ist es in Luxembrug weitergegangen: 2017 wurde eine neue Tram eröffnet und ab 1.3.2020 ist der gesamte ÖPNV in Luxemburg kostenlos für alle. Infos hier.

Informativ und argumentativ zum kostenlosen ÖPNV der VCD in Baden-Württemberg: hier. Überhaupt eine umfangreiche und materialreiche Homepage zu allem, was den nichtmotorisierten Verkehr betrifft: VCD-BW.