Umdenken. Alternativen. Zukunft

Die 60 Jahre alte Talbrücke B 51 in Oesede mit Tempo 100 und vierspurig ist marode und soll neu gebaut werden. Das könnte die Gelegenheit sein, über eine ganz andere Lösung nachzudenken. Dies hat Horst Reitzer getan und uns seine Idee zur Verfügung gestellt:

Gibt es eine Alternative zum Abriss und Neubau der Talbrücke B51 in Oesede?
Seit einigen Jahren steht nun ein Damoklesschwert mit dem Abriss und Neubau der Talbrücke über der Stadt Georgsmarienhütte. Gibt es hier eine Alternative?
Wie berichtet wird, ist der seinerzeit verbaute Stahl der laufenden Belastung nicht mehr gewachsen. Was sind die Grundlagen dieser Aussage? Ist es etwa die theoretische Annahme, dass bei einer Belastung über jeweils 2 Fahrspuren je Richtung (insgesamt 4 Spuren) mit einer maximalen Ausnutzung dieser Fahrspuren bei einer möglichen Geschwindigkeit von 100km/h zu einer Überlastung führt? Oder gibt es praktische und optische Erkenntnisse, die zu einem Abriss und Erneuerung führen?

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Ein System für Stadt und Land

Überfällig ist es seit langem, gefordert wird es seid Jahrzehnten: Die Region, also Stadt und Landkreis Osnabrück, braucht ein gemeinsames und einheitliches ÖPNV-System mit Tarifzonen, einem gemeinsam Fahrpreissystem, einem Ticket für Bus und Bahn, aufeinander abgestimmten Fahrplänen, Apps, die in Stadt und Land funktionieren, einheitlichen Automaten, einem Umweltabo für Stadt und Land usw. usw. – wir haben seit unserer Gründung zigmal darüber berichtet, geschrieben Vorschläge gemacht usw. usw. Kommt jetzt endlich Bewegung in die Sache? Die Grünen in der Stadt Osnabrück fordern in ihrem Wahlprogramm zur Kommunalwahl im September 2021 ab S. 17 den „ÖPNV in der Region zu stärken“. In der NOZ vom 5.6.21 wird berichtet, dass „sich die Grünen für eine gemeinsame Verkehrsgesellschaft mit dem Landkreis“ einsetzen. Dazu hat ein Experte und Unterstützer des VfM im April 2021 eine Bestandsaufnahme mit den entsprechenden Forderungen erarbeitet: hier

Osnabrück und die Radwege

Am 3. Juni 2021 findet der UN-Welttag des Fahrrads statt. In diesem Jahr organisieren die Initiativen Radentscheide in ganz Deutschland Pop-up-Radwege, um darauf aufmerksam zu machen, dass der wachsende Radverkehr dringend mehr Platz braucht. In Osnabrück richtet der Radentscheid Osnabrück am Donnerstag am Wall vom Ratsgymnasium bis zum Neuen Graben einen Pop-up-Radweg ein. Die Initiative Radentscheid Osnabrück will mit dem Pop-up-Radweg zeigen, dass für Radfahrende viel mehr getan werden muss und das auch möglich ist. Die Lösung an mehrspurigen Straßen sind in diesem Fall Pop-up-Radwege, die schnell und kostengünstig eingerichtet werden können. Am Donnerstag, 3. Juni zwischen 16 und 17 Uhr kann man eine Kostprobe „Pop-up-Radweg“ genießen. Die mit Stadt und Polizei abgestimmte Aktion soll zeigen, was kurzfristig möglich ist. Um 17 Uhr wird es eine Abschlusskundgebung an der Osnabrück-Halle geben, bei der Interessierte sich mit den Mitgliedern des Radentscheids Osnabrück austauschen können.
Der Osnabrücker Radentscheid ist Teil einer deutschlandweiten Bewegung, die unter dem Dach von Changing Cities e.V. für bessere Bedingungen für Radfahrende in mittlerweile 46 Städten streitet. Hinter der Initiative steht ein Team aus engagierten Osnabrückerinnen und Osnabrückern, das sich für sichere und komfortable Radmobilität einsetzt. Info hier

Lese- und Infostoff

Der VFM hat eine Bestandsaufnahme gemacht: Vom November 2019 bis Oktober 2020 haben wir 11 Anträge (kurze und lange) an die Stadt GMHütte zur Verbesserung der Situation der NIVs (Nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer) gestellt. Sechs mal gab es keine Reaktion, drei mal Ablehnungen, einer wurde umgesetzt (war aber auch schon seit den 90er Jahren wiederholt beantragt worden) und zu einem gab es einen Ortstermin im November 2019 (!). Der Überblick zu allen Anträgen hier.

Und ein neues Buch, das die Verkehrswende, die E-Mobilität und die Arbeitsplätze im Verkehrssektor analysiert und diskutiert:

Das Inhaltsverzeichnis zum Buch hier

Mitmachen. Lokal nach Berlin

Eine tolle Aktion der Fridays for Future für das Osnabrücker Land:

Liebe Freund*innen, wir haben die Petition „Osnabrück-Land sagt’s dem Bundestag: Wir wollen mehr Klimaschutz!“ gestartet – wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr unser Anliegen unterstützt!  Gehört Ihr auch zu unserem Wahlkreis? Dann unterzeichnet bitte hier, um unseren Bundestagsabgeordneten André Berghegger und Rainer Spiering zu sagen: Wir wollen eine wirksame Begrenzung der Erderhitzung!

Hier unterschreiben.

Künstliche Intelligenz und die Verkehrssicherheit

Mit einem Auto mit Schildererkennung und automatischer Geschwindigkeitsanpassung durch GMHütte zu fahren, bringt es an den Tag: Im Zentrum werden 5 km/h angezeigt und das Auto zwangsgebremst. Ein kluges Auto – die Stadt schreibt 30 km/h vor. Auf dem Stadtring und auf dem Schauenroth gibt das kluge Auto 30 km/h vor – lt. Stadt dürfen 50 km/h gefahren werden.

Und umgekehrt: Das Auto weiß, dass es auf geteerten ehemaligen Feldwegen außerhalb der bebauten Ortschaft brettern darf und schaltet die Geschwindigkeitsregelung automatisch auf 100 km/h.

Im November 2019 (!) haben wir einen detaillierten Antrag zu Tempo 30 – 50 – 70 gestellt: Tempo 30 2019  und Antrag vom 29.11.2019. Abgelehnt wie alle anderen Anträge!

Scheuer ohne Ende

Einladung und Info vom ADFC:
Am 27. April jährt sich die Veröffentlichung der neuen Straßenverkehrsordnung (StVO) zum ersten mal, und damit das Totalversagen des Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer, die StVO mit ihren kleinen, aber wichtigen Änderungen für mehr Verkehrssicherheit vollumfänglich in Kraft zu setzen. Zur Erinnerung: In der StVO-Novelle wurd gegen das Zitiergebot verstoßen, es fehlten im esten Teil die Hinweise auf die entsprechenden §§ des Straßenverkehrsgesetzes. So ist die StVO-Novelle zumindest in Teilen nicht gültig und wird nicht angewendet.
Am 27. April wollen wir mit einer großen Aktion wieder auf diesen Umstand aufmerksam machen. Das Aktionsbündnis, bisher bestehend aus ADFC Osnabrück und dem Stadtverband der Partei B90/Grüne, hat für den StVO-Day 100 Poolnudeln gespendet bekommen. Damit wollen wir eine fantasievolle Rundfahrt in Osnabrück organisieren. Ab 17 Uhr bis 17:30 Uhr ist eine Pressepräsentation mit Kundgebung geplant.
Wir werden zu diesem Termin auch „StVO-konforme Poolnudeln“ als Abstandszeiger vorstellen. Denn bei der Aktion im letzten Jahr bekamen zwei von uns eine Anzeige wegen Verstoß gegen die Ladungssicherungsvorschriften in §22 Abs. 5 StVO. Die NOZ hat im Herbst darüber berichtet. Diesmal wollen wir es mit lustigen, dickeren oder Beleuchteten Poolnudeln besser machen. Die Aktion ist als Demo angemeldet. Der Versammlungsort ist der Parkplatz am Moskaubad an der Schreberstraße im Stadteil Wüste.

Fliegen und anderer Verkehr

Fundiert, informativ, übersichtlich und aktuell: Das neue Online-Portal vom Öko-Institut bietet alle Infos zum Klimaschutz und Fliegen: hier ; z. B. dass ein Inlandsflug mehr als 7 x soviel Treibhausemissionen pro Personenkilometer erzeugt als die Fahrt mit Bus oder Bahn. Die eigene Energiebilanz einschl. Verkehr, Flugverkehr und Kreuzfahrten kann jede/r berechnen beim aktualisierten CO2 – Rechner des Umweltbundesamtes.

Eine einzige Fahrkarte? Ein einziges Desaster!

Am 29.3.21 berichtet die NOZ, dass der Landkreis Osnabrück beschlossen habe, ab Sommer 2022 einen Bus-Schiene-Tarif einzuführen. Das solle den Tarif-Dschungel beenden und eine einheitliche Fahrkarte für Bus und Bahn ermöglichen. Damit würde eine uralte Forderung realisiert: Stellungnahme Nahverkehrsplan, Tipps und detailliert hier. Leider dokumentiert die Entscheidung des Landkreises nur die geradezu epochale Rückständigkeit des ÖPNV-Systems in der Region: Der Kunde muss sich weiterhin vor (!) Fahrtantritt entscheiden, ob „er ausschließlich den Bus oder die Bahn mit Buasanschluss nutzen möchte“ (NOZ). Das kostet nach Einführung pro Jahr bis zu 2,4 Mio € mehr. Als ÖPNV-Nutzer im Südkreis fragt man sich, worin besteht da die Verbesserung? Eine sog. Pluskarte – also Bus und/oder Bahn nutzen zu können – kann man jetzt auch schon kaufen und muss sich auch jetzt vorher entscheiden.

Es wird weiter gestümpert, es geht nicht voran, der ÖPNV bleibt in der Region ein ungeliebtes Kind! Was wir brauchen? Einen Verkehrsverbund („Vollverbund“). Einen einzigen Verkehrsträger. Einen öffentlichen ÖPNV-Anbieter im Landkreis analog der Stadtwerke in OS. Zonentarife.  Eine Umweltkarte. Jobticket. Und: Eine Verkehrspolitik, die dem ÖPNV mindestens das gleiche Gewicht wie dem MIV (Motorisierten Individualverkehr) gibt.

Von den oben genannten 2,4 Mio € Mehrkosten wären 1,6 Mio aus der Region zu finanzieren. Von letzteren entfielen etwa die Hälfte auf die Erweiterung des Tickets für die SchülerInnen (NOZ 5.3.21).