417 km/ auf der Autobahn – kleines Thema

In der zweiten Januarwoche ging durch die Medien, dass ein Geschäftsmann auf der Autobahn zwischen Hannover und Berlin mit 411 km/h unterwegs war. Kurze mediale Aufregung, einige seriöse Infos (Reaktionsweg bei dem Tempo 111m, Bremsweg 880m = Anhalteweg 991m). Der Anhalteweg bei Gefahrbremsung liegt übrigens bei Tempo 130 zwischen 123 und 208 m. Zur Berechnung hier . Der SPIEGEL hat Anfang Januar 2022 über „Deutschland, einig Raserland“ berichtet und die Strafen denen z. B. in Skandinavien gegenübergestellt: hier

Der o.g. Geschäftsmann hat sich nichts zuschulden kommen lassen – auf deutschen Autobahnen gibt es bekanntermaßen kein Tempolimit. Das sei ein „ganz kleines Thema“ wird Bundesverkehrsminister Wissing am 10.1.22 in der SZ zitiert. Ein ganz kleines Thema sind Tempobegrenzungen und Bestrafungen bei Überschreitungen eh: Lächerliche 30€ bei 10 km/h Überschreitung der Begrenzung (in der 30er Zone also 33% zu schnell oder 18m statt 13m Anhalteweg).

Ein ganz kleines Thema sind Vernunft, Rücksichtsnahme und Geschwindigkeitsanpassungen auch in unserer Region, wir berichten immer wieder: B 51, Tempo 30-50-70 . Es gibt in der regionalen Verkehrspolitik, -überwachung eigentlich nur „ganz kleine Themen“, z. B. die Fußgängerwege-Überwachung, der Schutz und die Qualität der Fuß- und Radwege usw. Für uns sind das ganz große Themen und wir werden weiter berichten und und uns für die Verkehrswende einsetzen.

Und ewig grüßt das Murmeltier

Pünktlich zum 1.1.2022 erhöht die „Verkehrsgemeinschaft Osnabrück“ (VGO) die Preise im Nahverkehr. Ganz so gemeinschaftlich geht es aber dabei nicht zu: Rund um Osnabrück werden die Fahrpreise erhöht – in Osnabrück nicht. Das war zum 1.1.2021 genau so. Die NOZ zitierte am 5.1.2021 aus unserer damaligen Stellungnahme: Das „zementiert die gewaltigen Qualitätsunterschiede …. und damit auch die Ungleichbehandlung von Bürgern in Stadt und Land“ (Info). Nun also wieder und wieder …..? Eine Fahrt mit dem Bus von Oesede nach Osnabrück-HBF (ca. 9 km) kostet 3,90 €, die Tageskarte ist mit 7,10 € fast schon ein Schnäppchen. Genau soviel kostet eine Fahrt von Bad Iburg nach Georgsmarienhütte (ca. 6 km). Zum Ausgleich kann man dafür in Georgsmarienhütte kostenlos parken – solange man will. In Osnabrück immerhin 4 bis 5 Std. – es gibt also keinen Grund mit dem Bus zu fahren.

Eine Fahrt mit dem Zug von Oesede nach Osnabrück-HBF kostet 4,20 €, die Tageskarte 7,70 €. Obacht! Das Ticket für den Zug gilt nicht im Bus und das im Bus nicht für den Zug! Bei der Wahl einer Tageskarte muss man sich also bei der Hinfahrt schon festlegen, ob mit Bus oder Bahn zurückgefahren wird. Wenn das nicht möglich ist – zwei Einzelfahrschein sind unvermeidbar. Tipp: Die Zugfahrt bis Osnabrück -Altstadt kostet „nur“ 3,70 € – mit Bahncard 50 nur 1,85 €.

Übrigens: Zur Mitte des Jahres soll es ein einheitliches Ticket für Bus und Bahn geben – mit der Notwendigkeit, sich beim Fahrtantritt festzulegen, ob man den Verkehrsträger wechseln wird. Absurd! Siehe dazu hier

Was ist das?

Eine Busschleuse! Mit einfachen Mitteln erstellt – anwendbar z. B. vor Schulen: Busse, Feuerwehr, Müllfahrzeuge können passieren. PKWs, Elterntaxis u.ä. wird die Durchfahrt unmöglich gemacht. Gesehen und fotografiert in Oer-Erkenschwick im November 2021.

30 Jahre Raserei zwischen Osnabrück und Bad Iburg

Seit 1982 darf auf der B 51 zwischen Osnabrück und Bad Iburg maximal 100 km/ gefahren werden. Der tödlich Unfall eines Jungen wenige 100 m vor dem Ortseingang hat die Verkehrssicherheit auf der 3 bis 6-spurigen Straße ohne durchgehenden Radweg ins Rampenlicht gebracht.

Wir haben einige historische Informationen zusammengestellt, die verdeutlichen, dass Bitten, Vorschläge, Anträge usw. , die Schnellstrecke nachhaltig zu entschärfen, nur begrenzt erfolgreich waren – bislang fehlt der politische Wille: Info hier

Tempo 70 außerorts zwischen Osnabrück und Bad Iburg bleibt die 30 Jahre alte und 2022 aktuelle Forderung: Respekt vor Radfahrern und Fussgängern, Akzeptanz der Belange der „schwachen“ Verkehrsteilnehmer*innen, weniger Lärm und angepasste Geschwindigkeiten!

„Schwarz“fahren. Doppelmoral. Tolle Initiative!

Der Anfang Dezember 2021 gegründete Freiheitsfonds sammelt Geld und kauft Menschen aus dem Knast frei, die dort wegen „Schwarz“fahrens (der rassistische Unterton ist mir bewußt) sitzen – die Ärmsten im Land. Auf der Homepage des Freiheitsfonds wird der Sachverhalt folgendermaßen beschrieben (Zitat):

„Fahren ohne Fahrschein ist in Deutschland eine Straftat. Tausende Menschen landen jedes Jahr im Gefängnis, weil sie sich kein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr leisten konnten. Bis zu ein Jahr sitzen die Leute in Haft.

Betroffen sind überwiegend arbeitslose Menschen (87%), Menschen ohne festen Wohnsitz (15%) und mit Suizidgefährdung (15%).

Der Straftatbestand wurde 1935 von den Nazis eingeführt. Bis heute werden dadurch Menschen fürs Fahren ohne Fahrschein häufig härter bestraft als z.B. Menschen, die angetrunken Auto fahren. Denn dies wird meist nur als Ordnungswidrigkeit geahndet.“ (Zitatende)

Spenden unter dem Stichwort Freiheitsfonds an DE02430609672005332901 . Bis zum 8.12.2021 wurden 58 Personen freigekauft.

In der Süddeutschen Zeitung vom 18.1.2022 schreibt Ronen Steinke auf der Seite 4, dass jedes Jahr 7.000 Menschen in Deutschland wegen „Schwarzfahrens“ ins Gefängnis kommen.

Tempo 30 in GMHütte – doch nicht hier!

Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit dürfte mit dem neuen Verkehrsminister von der FDP in weite Ferne gerückt sein. Um so wichtiger, lokal weiter zu drängen, endlich menschenangepasste Geschwindigkeiten innerorts durchzusetzen.

Unser Vereinsmitglied Joachim Grützmacher hat Ende November eine Demo in Holzhausen organisiert, um dort die Raserei im Ortskern zu bekämpfen. Dazu ein Bericht aus der Lokalpresse hier (Stadtjournal blick-punkt Georgsmarienhütte, 2.12.21).

Ende 2019 hat der VfM einen detaillierten Antrag an die Stadt GMHütte zu Tempo 30 – 50 – 70 gestellt, der innerorts generell Tempo 30 fordert. Zwei Jahre später gibt es dazu immer noch keinerlei Aktivitäten des Stadtrats oder der Verwaltung.

Erinnerung. 2021 – 2026

Vor der Kommunalwahl haben alle jetzt im Stadtrat GMHütte vertretenen Parteien erklärt, die Verkerhswende auch in GMHütte zu wollen: hier Sozusagen 100% Zustimmung. Nach der Konstituierung des Stadtrats Anfang November haben wir die sechs im Stadtrat vertretenen Fraktionen und Parteien in einem Schreiben erinnert: hier Das Schreiben endet mit einem Appell:

„Nutzen Sie einmal ein paar Tage im Alltag, vielleicht eine Woche, den ÖPNV und die Radwege in GMHütte für alltägliche Besorgungen und den Weg zu Arbeit, bewegen Sie sich im Zentrum nur zu Fuß, vielleicht mit Kinderwagen und mit Kindern – anschließend werden Sie wissen, wie es um den ÖPNV und die Fortbewegung per Rad und zu Fuß und die Verkehrssicherheit in GMHütte bestellt ist.“

Ohne Kommentar. Fast sprachlos.

Vor knapp 17 Monaten (7.6.2020) hat der VfM einen Antrag/Vorschlag zu Aufstellung von Ruhebänken im Zentrum von GMHütte gestellt. Nach damals knapp 3 Monaten gab es eine erste Antwort: hier. Vor knapp 10 Monaten (7.6.2020) haben wir auf den skandalösen Zustand der ÖPNV-Haltestellen in Georgsmarienhütte aufmerksam gemacht (hier) und ein Konzept zur künftigen Pflege der Haltestellen vorgelegt. Jetzt (14.10.2021) gibt es eine Antwort der Bürgermeisterin der Stadt GMHütte zu beiden Vorschlägen hier. Ergebnis: Geht alles nicht. Bleibt alles so wie es ist.

PS: Auf den beklagenswerten Zustand der Haltstellen (zuständig ist die Stadt GMHütte) wird seit mehr als 20 Jahren immer wieder hingewiesen und dokumentiert: hier

Neuer VfM-Vorstand ist der alte

Zwei Jahre nach Gründung hat der VfM in einer Mitgliederversammlung im Umweltbildungstreff in Oesede den bisherigen Vorstand mit Rainer Korte (Vors.), Christoph Höwekam (stellv. Vors.) und Tobias Demircioglu (Finanzen) im Amt bestätigt.

Schwerpunkte der Arbeit in den nächsten Monaten werden sein: Die Politiker*innen an ihre Zusagen aus dem Kommunalwahlkampf zu erinnern: hier. Zudem wird die bisherige inhaltliche Arbeit mit Anträgen, Vorschlägen und Konzepten konsequent fortgesetzt.