Umdenken. Alternativen. Zukunft

Die 60 Jahre alte Talbrücke B 51 in Oesede mit Tempo 100 und vierspurig ist marode und soll neu gebaut werden. Das könnte die Gelegenheit sein, über eine ganz andere Lösung nachzudenken. Dies hat Horst Reitzer getan und uns seine Idee zur Verfügung gestellt:

Gibt es eine Alternative zum Abriss und Neubau der Talbrücke B51 in Oesede?
Seit einigen Jahren steht nun ein Damoklesschwert mit dem Abriss und Neubau der Talbrücke über der Stadt Georgsmarienhütte. Gibt es hier eine Alternative?
Wie berichtet wird, ist der seinerzeit verbaute Stahl der laufenden Belastung nicht mehr gewachsen. Was sind die Grundlagen dieser Aussage? Ist es etwa die theoretische Annahme, dass bei einer Belastung über jeweils 2 Fahrspuren je Richtung (insgesamt 4 Spuren) mit einer maximalen Ausnutzung dieser Fahrspuren bei einer möglichen Geschwindigkeit von 100km/h zu einer Überlastung führt? Oder gibt es praktische und optische Erkenntnisse, die zu einem Abriss und Erneuerung führen?

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B 68 und die RadfahrerInnen und die A 33

Einmündung B 68 in B 51

Die B 68 beginnt an der A 33 Abfahrt Harderberg, vereint sich dann nach 1 km mit der B 51,  führt mit dieser durch Nahne bis zum Wall; die B 51 richtet sich ab Wall über Belm gen Diepholz, die B 68 durch Haste gen Wallenhorst. Ihr Ende findet die B 68 an der B 213 in Stapelfeld bei Cloppenburg. Damit dürfte diese BUNDESstraße eine Länge von ca. 80 km aufweisen, von denen etwa 10% identisch sind mit der B 51. Hinzu kommen ca. 30 km B 68 parallel (!) zur A 33 zwischen Dissen und Bielefeld. Welchen verkehrsleitenden Sinn eine solche Konstruktion ergibt, verstehen wahrscheinlich (nur) Verkehrs- und Straßenbürokraten. Politisch wird dies Straßen-Bezeichnungs-Wirrwarr dadurch, dass die Befürworter des A-33-Nordausbaus den Bau dieser auch damit begründen, dass dann die B 68 aus dem Stadtgebiet herauskäme und damit die Radfahrer in Osnabrück besser vor dem LKW-Verkehr geschützt würden.

Die B 68 soll raus aus Osnabrück und ein LKW-Durchfahrverbot rein – ohne politische Spielchen – das fordert die openPetition zur Entwidmung der B 68 in Osnabrück – unterschreiben kann man hier . Neuigkeiten zur Petition gibt es jeweils hier .

B 51 / B 68 vorm Harderberg
B 51 / B 68 am Harderberg

Radfahren schwer gemacht

„Dank“ Corona hat Radfahren einen gewaltigen Aufschwung bekommen. Die Berücksichtigung der radfahrenden Menschen im Verkehr, deren Schutz und die Radwege werden nicht nur ignoriert, sondern deren Gefährdung und strukturelle Benachteiligung (billigend?) in Kauf genommen. Exemplarisch für den Südkreis der „Radweg“ an der B 51 zwischen GMHütte und Osnabrück – wir haben gemessen:

1. Entfernung: 3 km

2. Halte-/Wartezwang für RadfahrerInnen von GMH nach OS 7x (sieben!): Abzweig B 68 2x warten, Einmündung Alte Rothenfelder Str. 1x warten, Abzweig A 30 insgesamt 4x (!) warten und hoffen, dass man es zwischen den Autos, die mit hoher Geschwindigkeit nahen, schafft.

3. Am Harderberg (Bild in der Mitte und rechts) beträgt der Abstand zwischen den Autos, die mit 100 km/h und den LKWs, die mit > 80 kmh vorbeidonnern, maximal 100 cm; im Alltag reduziert sich dieser schnell auf 70 bis 80 cm.

4. Am Fuß des Harderberg wird für gerade mal 500 m ein dritter Fahrstreifen für Superraser angeboten; damit wäre dort Platz genug, einen sicheren, geschützten und abgegrenzten Radweg zu schaffen.

Zustand des Radwegs insgesamt: Löcher, hochragendde Steine, Einwachsungen, ca. 50% zugewachsen. Schutz an Einmündungen, Hinweise auf RadfahrerInnen für die Autos auf der Schnellstraße: Fehlanzeige

Alt: Aktueller Rekord

Ganz Deutschland diskutiert über die Verkehrswende. Ganz Deutschland? Nein – im Norden in den Bergen des Teutoburger Waldes gibt es ein Städtchen namens Georgsmarienhütte, das standhaft seit 50 Jahren die Interessen der VerkehrsteilnehmerInnen, die keine 4 Räder nebst Motor haben, ignoriert und einige Rekorde bundesweit souverän verteidigt:

  • 2.000 kostenlose Parkplätze allein im Zentrum. Das sind fast 2 öffentlich zugängliche Parkplätze pro Haushalt.
  • Nirgendwo Schutzzonen o. ä. für RadfahrerInen an Kreuzungen
  • Radwege enden im Nichts und/oder vor besonderen Gefahrenstellen
  • Konsequent KEINE Vorrangschaltungen für die Unmotorisierten
  • Höchste Schilderdichte „Gehwegschäden“

Der erstaunlichste Rekord – jüngst noch einmal gemessen – ist wohl nicht mehr zu toppen: An der Fußgängerampel zur Querung der B 51 in Oesede beträgt die Spitzenwartezeit für Fußgänger 145 Sekunden (2 Minuten 25 Sekunden), sicherheitshalber noch einmal am 12.6.2020 nachgemessen (2 Minuten 20 Sekunden).

Schieben statt Radfahren

Anstatt den Rad-Fußweg zu pflegen und verkehrssicher vorzuhalten wird ein Schild aufgestellt (B 51 Ostseite Oesede-Süd). Wir haben nachgemessen: Danach müssen die RadfahrerInnen 650 m bis zum Abzweig Wellendorfer Str. schieben. Am 26.10.19 wurde der Grasbewuchs entfernt, was die Situation nur graduell verbessert, da die verlegten Steine verrutscht sind, sich wölben, Steine auseinanderklaffen usw. Angesichts der Nähe zu den bergabwärtes flott fahrenden LKWs eine gefährliche Dauersituation. Auf der anderen Seite der Stadt gen Osnabrück ist die Situation eher noch schlechter wie die beiden weiteren Fotos zeigen.